logoblogg.de • Elektrische Zigarette 

Samstag, 14.02.2009

14. Februar 2009

Hörst du den Vogelruf, mein Kind,

spürst du des Windes Rauschen,

kannst du der Sehnsucht lauschen

und träumen mit dem Wind?



Kannst du in Menschenaugen

Bruder und Schwester sehn,

willst du mit ihnen gehn -

an einen Schöpfer glauben?



Hörst du die Sterne singen

vom wunderbaren All,

das auf dem Erdenball

in dir will wieder klingen?



Hüte die Sehnsucht gut, mein Kind,

bewahr dein Traumherz dir,

da allzu viele Ketten hier

dem Fliegen abhold sind.



Gisela Rest-Hartjes



Dies ist glaube ich mein allerliebstes Gedicht von meiner Mutter. Sie hat es mir das erste Mal gezeigt (nicht sicher wann sie es geschrieben hat) als ich das erste Mal fuer laengere Zeit von Zuhause weggegangen bin und es hat mich auf meiner Lebensreise begleitet und beeinflusst.




Montag, 05.02.2007

2. Januar 2007, ruhiger Anfang

2. Januar 2007

Dieses Jahr werde ich versuchen mehr zu schreiben. Gestern sind wir sehr spaet aus dem Bett gekommen ? so gegen 12 Uhr mittags. Waehrend ich Fruehstuck mache spielen Lucian und Joachim mit ihren Rittern im Schlafzimmer und lesen Buecher ? Ritterbuecher. Um 3 Uhr fahren wir los zu Lucians erster Session fuer ?Alice in Wonderland? im Center for Arts in Natick. Das ist jetzt schon seine 3. Produktion ? das erste Mal spielte er den einzigen Prinz in ?12 Dancing Princesses? , dann Long John Silver in ?Treasure Island? (er war sehr gut, spricht laut und deutlich und hatte eine tolle Piratenlache ? einen super Kapitaen gespielt). Diesmal will er die Koenigin spielen.
Waehrend Lucian im Theater ist gehe ich mit Joachim zur Buecherei wo er mit dem Holzzuegen spielt. Es sind viele Kinder dort und er hat Spass dabei. Er laesst sich nicht wegschubsen aber ich habe auch keine Angst mehr dass er anderen Kindern was an den Kopf schmeisst.
HInterher gegen wir kurz zum Christmas Tree Shop wo wir sehr billig neues Malmaterial finden ? und Joachim einen Superman. Dann muessen wir fuer Jacobs Schlange eine Maus kaufen und fuer die Kroeten Grillen. Wir bleiben lange in dem Laden und ueberlegen ob wir noch ein anderes Haustier kaufen ? wir gucken uns die Meerschweinchen an und dann die Voegel und reden mit den Leuten dort ? irgendwann merke ich dass wir zu hungrig sind und Joachim muede, also bringe ich Maus und Grillen ins Auto, wir gehen zum naechsten Inder wo Joachim prompt beim Stillen einschlaeft. So haben Lucian und ich einen Moment Ruhe, zu reden und zu essen und zu schweigen ?
Wir reden ueber den Unterschied von Indern und Indianern, Entdeckungen, dann die verschiedensten Verletzungen etc.
Irgendwann wacht Joachim auf, der isst, dann fahren wir nach Hause um die Maus und Grillen abzugeben und gehen einkaufen. Im Laden moechte Lucian sehr gerne schon eine Aprikose essen, also gebe ich ihn das Geld damit er sie schon selber kaufen kann. Er sucht sich eine Verkauferin und macht alles sehr souveraen. Dann will natuerlich Joachim auch selber einkaufen ghen ? also gebe ich ihn auch Geld und er kauft sich auch eine Aprikose. Lucian findet es lustig dass er der Verkaeuferin nur so ein Papiergeld gegeben hat und mehrere Geldstuecke zurueckbekommt. Er fragt: warum kriege ich mehr wieder als ich gegeben habe? Also folt eine kurze Unterhaltung ueber den Wert des Geldes.
Waehrend ich an der Teke warte dreht Lucian Joachim mit dem Wagen im Kreis herum und sie spielen jauchzend Merry-go-round bis Lucian zu muede wird.
Beide suchen sich ein Eis aus fuer spaeter ?
Jacob ruft mich an, dass die Maus nicht mehr in ihrer Box war, also durchsuchen wir zuhause das Auto und Dan findet sie schliesslich und unter viel Kreischen und Fluchen (ein grosser Trupp von Jordans Freunden verlaesst gerade dass Haus) faengt er sie endlich in einem Plastikcontainer. Sie ist ganz weiss und sehr suess und Lucian kann sich nun nicht mehr vorstellen dass die Schlange sie wirklich essen soll ?
Jacob ist nicht zuhause , also muessen wir der Maus sowieso ein Zuhause suchen, machen es ihr bequem, fuettern sie, die Kinder nehmen sie mit ins Spielzimmer und Joachim stapelt alles moegliche Spielessen vor ihr auf.
Bis Jacob kommt nennt Lucian die Maus Billybummbumm und ich denke mal wir haben ein neues Haustier. Fuer die Schlange muessen wir morgen eben eine andere Maus kaufen..
Das Triop Tier (ein dreiaugiges, schwimmendes Krustentier von der Zeit noch vor den Dinosauriern) dass wir aus minikleinen Eiern gezogen haben, ist vor ein paar Tagen aus dem Ei geschluepft und waechst taeglich um das Doppelte.
Den anderen Tieren (Zwei Hasen, eine Katze, vier Feuerbauchkroeten, eine Woolybaer-Raupe) geht es auch noch gut, aber bald koennen wir schon unseren eigenen Zoo aufmachen.
Den Rest des Abends spielen die Jungs mit den neuen Playmobilpiratenschiffen. Lucian baut eine grosse Insel mit den Blocks, dekoriert mit Fackeln und Schatztruen, waehrend Joachim einen grossen Teil damit verbringt seinen Rittern neue Kleider an- und auszuziehen. Dann arbeitet Lucian durch ein neues und sehr kompliziertes Labyrinthbuch, und Joachim will eine Buch ueber Vikinger lesen.

Sonntag, 30.07.2006

Davis Farmland und Stearns Farm

Seit langem mal wieder haben wir uns mit Lucy verabredet zu Davis Farmland zu fahren. Ihre Kinder, Michael und David, sind etwa genau so alt wie Lucian und Joachim. Ich war schon einmal mit den Kindern alleine da, aber mit mehreren machts doch mehr Spass. Lucian und Michael hatten sich eine Weile nicht gesehen und Lucian insistierte darauf seine schwarz-rote Maske zu tragen. Die kann fuer kleinere ein wenig beaengstigend wirken. Da es so sehr heiss war gingen wir direkt zu der Splashzone, eine sehr grosse Spielflaeche mit allem moeglichen Wasserspielsachen und Spritzgeraeten, ohne Tiefe. Erst essen wir Mittag, aber Joachim kann nicht lange warten, also ziehe ich ihn sofort die Badehose an und er rennt los. Irgendwann kommt er mal bei mir vorbei um sich einen Bissen Essen zu holen oder das nasse Gesicht an meinem Kleid abzuwischen.
Danach geht es zum Dinosaur Dig (im Sand nach grossen Dinosaurierknochen buddeln und mit Pinseln frei fegen). Joachim und David haben mehr Spass daran ein Spielhaus mit Wasser anzumalen.
Dann fuettern wir die herumlaufenden Ziegen und Schafe - Lucian redet viel mit ihnen - er hat ein sehr warmes Herz. Dann gehen die Kinder Ponyreiten, diesmal Joachim zuerst, da er das letzte Mal letzter war und warten ist so gar nicht sein Ding. Pferde sind auch eines seiner liebsten Dinge - direkt nach den Schwertern.
Dann die Hayride - alle moeglichen seltenen Tiere, indische Stiere, biblische Schafe, ein Pferd mit Dreadlocks -
Danach spielen Joachim und David wieder mal mit Wasser, an einer anderen Stelle - waehrend Lucian und Michael sich sebststaendig machen. Sie spielen mit einem Camper, gehen Zelten, einkaufen, kochen, in einen Tierladen etc. Lucy und ich ruhen uns aus. Sie erzaehlt mir, dass sie Michael immer noch manchmal in die Garage sperrt wenn er sich nicht benimmt.
Das haben wir einmal mitbekommen und das war so schockierend fuer Lucian (und mich), dass Lucian sich immer noch daran erinnern kann. Das Konzept vom Time-out was in Amerika sehr beliebt ist, ist ihm vollkommen unbekannt.
Dann sagt sie, sie wuerde sich einen Bambusstrauch anschaffen. Als ich nicht verstehe, sagt sie, dass die Leute in China einen gewissen Bambus anpflanzen extra um etwas zu haben um die Kinder zu erziehen.
Sie sagt das nur im Scherz und bemerkt, dass sie die Kinder gerne so wie ich erziehen moechte, aber sie hat oft die Gedult nicht dazu.
Wir reden ueber die Unterschiede in China und Amerika. Sie sagt in China ist es zwar leicht die Kinder dazu zu bekommen gute Noten zu kriegen, aber in Amerika legt man wohl mehr wert darauf die Kinder zu guten Menschen zu erziehen. Ich antworte, dass das durchaus nicht ueberall in Amerika der Fall ist.

Auf dem Weg zurueck fahre ich auf Lucians Bitte mehr ueber Land ? er mag die highways ueberhaupt nicht, es gibt dort nichts zu sehen, und er sieht doch so gerne immer neue Dinge und zieht die Landschaft in seine Geschichten ein. Wir kommen an einem riesigen See vorbei. Er denkt es ist das Meer und wir haben eine gute Unterhaltung ueber die verschiedensten Formen und Urspruengen von WAsser. Das Trinkwasser, Meerwasser, Abwasser etc. Der See ist ein grosser Trinkwassersee. Ein Gewitter kommt auf und wir sehen die tollsten Blitze ueber den Himmel jagen, Alles die Auswuechse der Kraefte von Lord Vladek (im Moment sein Liebsten von den ?Boesen?). So fahren wir also, gejagt und verfolgt von einer ganzen grossen Armee. Ab und zu kommen uns andere ?weisse? Autos zuhilfe.
Da heute Freitag ist muessen wir noch bei Stearn Farm vorbei, das Gegenteil von Davis Farmland. Stearn Farm ist eine kleine Biofarm die von der Gemeinschaft getragen wird. Man kann eine Mitgliedschaft erwerben, hilft beim Pflanzen und Ernten und kann sich dann jede Woche seinen Anteil dort abholen. Ein Teil des Anteils ist schon in Staenden bereitgestellt, das andere muss man selbst noch ernten. Was es gerade zu ernten gibt steht auf Schildern beschrieben. Die ganze Atmosphere der Farm ist sehr friedlich. Gleich zu Anfang ist ein grosses Feld voll mit den verschiedensten Blumen und jeder kann sich immer den allerschoensten Blumenstrauss pfluecken. Lucian und Joachim moegen es die Blumen aussuchen und abschneiden. An einer Ecke ist ein kleiner Kinder ? garten mit Sandkasten und Kletterholzen und Verstecken, hinter dem Garten ist ein Teil wilder Wald wo so riesige Bambusartige Pflanzen wachsen. Dort gehen die grossen Jungen am Liebsten hin, nehmen sich dort Speere oder dergleichen und streichen herum.
Lucian ist voll in seinem Element, er hat die Maske angezogen und sein rotes Cape und folgt Karisa (der Farm Managerin) herum. Da es schon spaet ist sind gerade nicht viele von den anderen Kindern da. Sonst sind auch oft Kinder in seinem Alter da, viele ebenfalls Homeschoolers. Ueber den Waeldern die die Farm umgeben sieht man weissen Nebel durchleuchten. Ich nehme Joachim zum ernten mit, wir suchen gelbe und rote Himbeeren, Blaubeeren, Bohnen, Erbsen, Basilikum und andere Kraeuter soviel man will. Das Gewitter kommt wieder und kracht mit Getoese auf uns nieder. Lucian laeutet von oben die grosse Sturmglocke um den Leuten anzuzeigen sie sollen von den Feldern kommen.

Abends in der Badewanne fragt Joachim mich wieder nach den Buchstaben. Er liebt es die Einzelnen hochzuheben und an die Badewanne zu kleben waehren ich dazu die Toene mache. Immer wenn er die Buchstaben haben will sagt er A-E-I . In letzter Zeit zeigt er immer wenn er Buchstaben irgendwo sieht (in Laeden, auf dem Fernseher) darauf und macht die Buchstabenlaute. Ich denke diese Dinge sind soviel um uns herum, wie sollte man nicht darauf aufmerksam werden und davon wissen wollen?
Ich kann mich noch genau daran erinnern als Lucian gerade 2 geworden war und einen Magnetbuchstaben hochgehoben hat und gefragt : Was ist das? (bei Joachim war das mehr der fragende Blick, da er mit den Woertern selber noch nicht so weit ist). Innerhalb von wenigen Tagen hatte Lucian zu jedem Buchstaben eine Assoziation ? wie: ?Das ist ein Buchstabe. Das ist der Buchstabe F wie in Franco. ? In der Zwischenzeit hat er manche Buchstaben wieder vergessen, dann spaeter angefangen sie nachzumachen. Das geschieht alles so natuerlich, ich mache mir inzwischen gar keine Gedanken mehr darueber : Wie lerne ich meinen Kindern lesen und schreiben?
Nein, man braucht wahrlich keine Schule dafuer.

Dienstag, 25.07.2006

Koenig Arthur in Amerika

Ich habe gerade heute Morgen gelesen, dass es in Glouster am Hammond Castle eine King Arthur Fair gibt. Und da Lucian ja sowieso jeden Tag im Mittelalter spielt dachte ich da muessen wir auf jeden Fall hin. In letzter Minute entschliesst Dan sich auch mitzukommen.
Wir lassen das Auto in Glouster auf einem Parkplatz und fahren mit einen der gelben Schulbusse weiter. Das findet Joachim besonders toll. Schon vor der Burg sind Staende die echte Schwerter, Dolche usw. verkaufen und die Leute sind in Mittelalterlicher Kleidung. Die Kinder habe ihre Schwerter mitgebracht, Lucian das blaue Koenig Arthur Schwert und Joachim sein Feuerschwert. Hammond Castle liegt auf einem grossen Huegel mit stark abfallenden Klippen runter zum Meer. Von der Burgwiese hinter der Burg hat man einen fantastischen Blick ueber das Meer und den Hafen von Glouster. Auf der Wiese ist eine art Holztribuene aufgestellt auf der gerade Mortimer und seine Maenner Leute rekrutieren um seiner 'boesen' Armee im Kampf gegen Koenig Arthur beizutreten. Die Schauspieler haben echte Waffen dabei und Mortimer gibt eine kleine Lektion im Boese-sein. Lucian, der sonst am Liebsten die Boesen spielt sagt mir er kaempft hier doch lieber mit Koenig Arthur. Wir fragen einen der Boesen wo wohl Koenig Arthur ist und er erzaehlt uns, dass die Feiglinge sich gerade im Wald verstsecken.
Die ganze Geschichte von Koenig Arthur wird ueber zwei Tage lang von etwa 30 Schauspielern gespielt die die den ganzen Tag in ihrer Rolle bleiben und zwischendurch mit den Leuten reden.
Bald sehen wir auf der Wiese einen Kampf zwischen Sir Lancelot und Sir Gawain bei dem Sir Gawain am Ende stirbt. Die Kinder sind fasziniert und haben ueberhaupt keine Angst, obwohl Lucian das Ganze fuer absolut echt haelt. Joachim, auch wenn es ihm sonst schwerfaellt stillzusitzen hat bei Schwertkaempfen kein Problem damit.
Nach dem Kampf gehen wir das Castle besichtigen. In der grossen Halle tritt gerade eine Zigeunertaenzerin auf die auch mit einem Schwert tanzt.
Man kann die Schlafgemaecher besichtigen und obwohl alles kleiner ist als eine echte Burg so ist es doch alles liebevoll und sehr detailiert nachgebaut. Genau so, wie sich ein Amerikaner das Mittelalter vorstellen wuerde. Alle Elemente eines Mittelalterlichen Lebens in eine Burg verarbeitet. So gibt es z.B. einen Innenraum mit Teich und Springbrunnen worum die Fassade so aussieht wie alte Hauser.
Der Eingang ist komplett mit Zugbruecke ausgestattet.
Da wir Hunger haben holen wir und etwas von einen der Staende vor dem Schloss. Waehrend wir essen reden wir mit einem Knappen der uns vom Tod Guineveres erzaehlt und mit zwei der Rittern von Mortimer die es Schaffen Lucian wieder auf die Seite des Boesen zu bringen. Sie diskutieren lange ueber Joachims Feuerschwert und ob das wohl speziell zum Drachentoeten gemacht ist. Joachim liebt es mit seinem Schwert rumzutanzen, und bis zum Ende des Tages spielt Lucian nun einen von den Boesen.
Am Ende des Tages findet der grosse Kampf zwischen allen Maennern (und Frauen) von King Arthur und denen von Mortimer statt, komplett mit Excalibur und auch Merlin. Als wir gehen sagt Lucian, dass nicht alle von den Boesen gestorben sind, er lebt ja noch.
Wir fahren mit dem Schulbus zurueck und da wir schon am Meer sind gehen wir noch ein wenig an den Strand. Der STrand ist von vielen Klippen und grossen Felsen umgeben und waerend Dan auf Joachim aufpasst gehe ich mit Lucian auf grosse Klettertur. Es ist zum Teil recht schwierig und gefaehrlich aber ich freue mich, dass sich Lucian das wagt. Irgendwann allerdings rutscht er aus und kriegt einen grossen Kratzer am Ruecken. Schlimmeres konnte ich zum Glueck verhueten. Es macht ihm allerdings nicht allzuviel aus, und er insistiert darauf noch auf dem Piratenschiff am Spielplatz zu spielen. Als wir es endlich zum Auto schaffen schlafen die Kinder sofort ein, noch bevor wir den Parkplatz verlassen haben.

Montag, 03.07.2006

Segeln, Fische und Buchstaben

Heute, wie Lucian so schoen sagte, war ein wunderschoener Boston-Tag. Wir haben beide Kinder direct im Bett umgezogen, dann ins Auto getragen und losgefahren. Lucian hat einfach weitergeschlafen, aber Joachim war sehr wach. Jedesmal wenn mir an einem Zug vorbeikamen hat er geschrien ?Baby choochoo!? Was soviel hiess er wuerde jetzt gerne sofort mit dem Zug fahren.
Zum Glueck waren wir frueh und konnten noch schnell etwas essen und trinken bevor das Segelboot ? der Liberty Clipper - losfuhr. Es war ein sehr schoenes Segelboot mit zwei Masten. Viele andere Schiffe waren auch unterwegs oder sind wir dran vorbeigesegelt, wie auch ein riesiges Kriegsschiff. Die Kinder ? und Erwachsene - durften mithelfen die Segel zu setzten und beide Kinder strahlten nur und waren sehr aufgeregt. Wir segelten bis zum Castle Island wo wir eine kleine Kanone in Richtung Fort geschossen haben und dann wieder zurueckgesegelt sind. Lucian hat ein paar Jellyfish (Quallen) gesehen und Joachim stand meistens mit den Haaren im Wind an der Reiling und hat auf alles gezeigt und allen anderen Booten souveraen zugewunken.
Nach dem Mittagessen ? bei Naked Fish ? sind wir, auf grossem Wunsch von Lucian ins Aquarium gegangen. DAnn sind wir noch ins IMAX und haben uns DEEP SEA in 3D angesehen ? das war sehr schoen. Selbst Joachim hat die 3D Brille fast die ganze Zeit anbehalten und schien mehr Faszination als Angst zu haben. Lucian hat die meiste Zeit versucht die Fische vor seiner Nase anzufassen. Am Liebsten mochte er die Squid, die alles essen und die Tigerhaie.
Wir verbringen noch viel Zeit draussen weil die Kinder soviel Spass haben die Tauben zu jagen. Dann kaufe ich beiden noch ein paar kleine Spielfische.
Spaeter am Abend, also Joachim schon im Bett ist und Lucian nach einem Spiel sucht was wer noch gerne machen moechte zeigte ich ihm eine Box mit kleinen Buchstaben auf so Plastiktafeln die ich mal in einen Troedelladen gefunden hatte. Er wollte sofort damit spielen und hatte einen Riesenspass Woerter zu schreiben die ich dann lesen musste. Er meinte das waere jetzt eine neue Sprache, so wie die Leute in Famit (ein erfundenes Land) reden. Mit dem Spiel kamen noch so kleine Blaetter mit Punkten drauf worauf man die Platten legen konnte um richtige Woerter zu schreiben. Er hatte auch grossen Spass damit und hat so richtige Woerter geschrieben und sie mir dann vorgelesen, und spaeter Dan auch noch. Er kannte noch nicht alle von den kleinen Buchstaben Und wir haben darueber geredet, dass viele ja ganz gleich aussehen, nur dass das q aussieht wie ein umgedrehtes p und das b wie ein p auf dem Kopf etc. Noch etwas schwer. Ich habe nicht versucht ihn damit etwas beizubringen, er hatte einfach Spass damit und wir haben solange gespielt bis es fast Mitternacht war.

Ueber Fragen und Antworten



Ein Thema das beim Diskutieren ueber ?Unschooling? oft vorkommt ist: Wie weisst Du denn, dass deine Kinder etwas lernen? Gibst du ihnen Tests oder stellst oft Fragen um herauszufinden ob sie etwas verstanden/gelernt haben?
Wie fuehlst du dich selbst, wenn dich jemand etwas fragt wovon du genau weisst, dass diese Person die Antwort schon weiss? Entweder du weisst die Antwort schon und denkst, der denkt wohl ich bin dumm dass ich das nicht weiss. Oder man ist sich nicht ganz sicher, und um nicht was Falsches zu sagen, sagt man eben man weiss nicht so genau. Dann ist die Antwort doch oft das was man schon gedacht hat, und man fuehlt sich hinterher schlecht. Oder man weiss die Antwort und denkt sich dann, warum sagt er es mir denn nicht einfach. In jeden Fall, so eine Situation wuerde mich sofort an Schule erinnern und ich waere der Person die so eine Frage stellt nicht gerade dankbar,
Es erinnert an Testsituationen in der Schule, in denen, unter dem Druck des Testes viele Kinder, die eigentlich Sachen schon wissen, aber sie vielleicht noch nicht ganz verinnerlicht haben, die noch im Stadium der Vermutung sind, zu verunsichern und so entweder garnichts oder oft das Falsche sagen und sich dann dumm fuehlen, wenn sie vielleicht nur ein bischen mehr Zeit gebraucht haetten. Ich kann mich auch gut an Fragen in der Schule erinnern die ich einfach nicht beantworten wollte, obwohl ich dies konnte, weil sie mir einfach zu dumm waren und ich mich geschaemt haette so eine dumme Frage beantworten zu wollen.
Solche Fragen zu stellen zeigt im Grunde, dass man kein Vertrauen in das natuerliche Lernen des Kindes hat.
Also versuche ich meinen Kindern nie Fragen zu stellen ueber Dinge die ich schon weiss.
Manchmal frage ich Lucian seine Meinung ueber Sachen oder um Rat ueber eine gewisse Situation, oder natuerlich die einfachen Fragen, was er gerne machen oder essen oder lesen moechte.
Als Lucian klein war, und jemand ihn gefragt hat ob er etwas weiss, hat er immer ja gesagt. Als dann weiter gefragt wurde was denn die Antwort war, hat er gesagt er weiss es nicht. Oft musste ich dann uebersetzen und dem Fraggesteller sagen dass Lucian dachte die Frage wuerde heissen, ob er etwas wissen will. Also waere es auf jeden Fall immer besser gewesen wenn jemand etwas mitteilen moechte einfach zu fragen, moechtest du dies und jenes wissen, oder kann ich dir etwas ueber XYZ erzaehlen?
Und wenn er nein sagt, lass es auch ein nein sein.
Eine schoene Sache an Lucians Alter ist ja auch, dass er immer Fragen stellt, tolle Fragen zu denen ich oft auch keine Antwort weiss. So suchen wir dann gemeinsam die Antwort; Im Internet, Lexikon, Buecherei.
Irgendwo habe ich mal gelesen, dass Kinder die zuhause unterrichtet werden (oder in dem Sinne nicht zur Schule gehen) nie aufhoeren Fragen zu stellen, im Vergleich zu den Kindern die in die Schule gehen. In der Schule wird ihnen oft gezeigt dass Fragenstellen ein Zeichen von Dummheit ist und dass es mehr darum geht die Antworten zu wissen zu den Fragen die der Lehrer einen stellt.
Wenn man die Biographien von den grossen Persoehnlichkeiten liest, die nicht ? oder wenig- zur Schule gegangen sind, so ist ein grosse Entdeckung oft daraus entstanden dass sie sich immer wieder neue Fragen gestellt haben und selber dazu die Antworten gesucht haben. Leonardo da Vinci?s Vater zum Beispiel hat ihm dann immer zu dem Interesse was sein Sohn gerade hatte Buecher usw. Aus der Stadt mitgebracht.
Soviel erstmal zu dem Thema

Dienstag, 27.06.2006

Ein Anfang

Fuer diejenigen, die uns nicht kennen. Wir sind: Dan, Mara, Jordan (18), Jacob (15), Lucian (4), Joachim (1). Wir leben in den USA ein wenig westlich von Boston.

Schon sehr frueh war mir klar dass ich meine Kinder nicht auf die amerikanische oeffentliche Schule schicken wuerde. Irgendwann erfuhr ich ueber die Moeglichkeit des Homeschooling ? und die unglaublich vielen Wege dies zu tun. Ich fing an viel darueber zu lessen, wie Kinder eigentlich lernen, Homeschooling und Unschooling Handbooks, Ivan Illich, John Holt u.a. Ich fand es faszinierend dass andere Persoenlichkeiten der Geschichte nicht oder nur sehr wenig die Schule besucht haben, also sozusagen auch ?Homeschoolers? sind. U.a. sind darunter mindestens 14 Amerikanische Praesidenten, wie George Washington, Abe Lincoln, Benjamin Franklin, dann T.H. Huxley, Blaise Pascal, William Blake, Claude Monet, Leonardo Da Vinci, Thomas Edison, Felix Mendelssohn, Mozart, Hans Christian Anderson, Margaret Atwood, Mark Twain, George Bernard Shaw, Agatha Christie, Luis Armstrong, Charlie Chaplin, Whoopi Goldberg,Florence Nightingale, Albert Schweitzer, Frank Lloyd Wright, Ansel Adams etc. etc.
Es gibt viele verschieden Arten des Homeschooling, aber meine Liebste, for Kurzem erst entdeckte Art nennt sich einfach ?Unschooling? oder ?Life Learning? - also statt dass man ?Schule zuhause? macht beruht diese Philosophie im Kurzen (es sind auch viele lange Buecher darueber geschrieben worden) auf den folgenden Grundlagen:

1. Folge dem Interesse des Kindes. Wenn es sich fuer Ritter und Burgen interessiert (wie Lucian gerade) lese alle Buecher die man darueber finden kann, besuche Burgen und Schloesser (selbst in Amerika gibt es einige, nachgebaute), baue Burgen aus Lego, Steinen, Pappe, Ton, Vorstellung, besuche Museen und Theatervorstellungen, mache Deine eigenen Vorstellungen, verkleide Dich, hoere Musik aus der Zeit, Koche wie die Ritter, baue eine Ruestung und Waffen, geh ins Internet, sehe Videos an etc. etc. Forciere nichts, lass das Kind aussuchen und entscheiden, wenn es Jahre dauern soll, lass es Jahre dauern, wenn es nur eine Stunde ist, lass es eine Stunde sein.
2. Gehe sicher, dass dem Kind viele Moeglickeiten geboten werden sein Interesse zu erweitern, habe Buecher, Puzzle, Spiele, Musik, Videos, Naturkollektionen, alle moeglichen Schaetze etc. zur Auswahl. Gehe oft spazieren, in Museen, zu Vorstellungen etc. Mache Dinge einfach nur aus Spass. Lass das Kind ?Nein, Danke? sagen und respektiere das.
Jedesmal wenn du selber zu etwas 'nein' sagen willst, frage statt dessen: "warum nicht?'. Es ist erstaunlich wie wenig man wirklich dass Wort 'nein' benutzen muss. Etwa genausoviel wie 'Babboon'.
3. Sei selber neugierig ueber die Welt. Tue Dinge die Du schon immer machen oder lernen wolltest. Frage Fragen zu denen Du keine Antwort weisst. Lass Dein Kind wissen, dann nicht alle Fragen schon Antworten haben. Schaue selber Dinge nach die Du nicht weisst.
4. Sehe, dass Lernen um dich herum ist? auch Wissenschaft und Mathematik existieren ueberall im Leben - , Im Kochen, Einkaufen, Zur Bank gehen -
5. Lernen ist nicht linear. Wir gehen nicht von einem Thema zum anderen wie es oft in der Schule gemacht wird, aber oft sehen wir einen Namen oder ein Ding irgendwo was dann im Leben in den verschiedensten Formen immer wieder auftaucht, bis wir es verinnerlicht haben. Das ist oft schwer zu sehen. Zum Beispiel haben wir viele Buecher ueber Drachen gelesen, viele davon spielen in China. Dann kommt irgendwo mal die chinesische Mauer vor, wir gehen in ein Chinarestaurant, sehen das Video Mulan an, gehen ins Kindermuseum wo eine Ausstellung ueber das Leben in China ist, erfahren von Freunden dass die chinesische Sprache keine Buchstaben sondern Symbole hat und dass diese sich mit der Zeit veraendert haben, dass auch unser Alphabet noch teilweise in den Runen der Vikkinger zu finden ist etc., lesen ein Buch das in Korea spielt, was in der Naehe von China ist,,und so macht die Welt nach und nach immer mehr Sinn.

Aber eigentlich wollte ich ja nur eine Art Tagebuch schreiben. Heute war ein ruhiger Tag. Es regnet und ich bin etwas erkaeltet. Joachim will trotzdem ? wie sonst jeden Tag -ins Schwimmbad. Er hat einen Heidenspass (warum hatten die Heiden eigentlich mehr Spass?) daran, Dan immer wieder mit voller Kleidung reinspringen zu lassen um irgendwelche Sachen wieder rauszufischen. Lucian guckt ein wenig von dem Babar Video dass Joachim angemacht hatte, dann spielt er mit seinem Playmobil. Spaeter gehen wir alle raus um im Garten zu arbeiten, Ich jaete Unkraut und pflanze Blumen waehrend die Kinder Schnecken studieren, Steine umdrehen und erforschen und mit den Puffpilzen spielen ? Pilze, bei denen, wenn man auf sie draufhaut, immer wieder eine grosse braune Wolke herauskommt. Ich habe nachgeschaut dass diese komischen Pilze nicht giftig sondern sogar essbar sind. Dem vertraue ich aber nicht so ganz. Beide spielen eine Weile mit den neuen Feuerbauch-Kroeten (Firebelly toads). Wir haben vier davon und sie sind sehr lebendig. Lucian mag es sie auf der Hand zu halten und ihnen dann zu zeigen wo sie die Grillen finden koennen zum Essen.
Waehrend Lucian 'The Lion King' guckt mache ich mit Joachim einen riesigen Topf mit Playdough (Knete?), ein neues Rezept das sehr weich ist, nie trocknet und gut riecht, da es mit Cool-Aid gefaerbt wird. Waehrend Joachim mit Lucian das Video zuende sieht versuche ich einen Erdbeer-Zitronenkuchen zu machen, da wir gestern auf der Farm so viele Erdbeeren gepflueckt haben. Das wird etwas schwierig als Jacob mit seinen Freunden dazukommt und ebenfalls einen Kuchen backen wollen, einen Geburtstagskuchen fuer eine Freundin. Auf mysterioese Weise ist ein Ei von ihrem Kuchen irgendwie ins Spielzimmer gekommen, dass Joachim spaeter findet und auf dem Teppich aufmacht. Manchmal habe ich so ein Gefuehl dass ich den ganzen Tag nur aufraeume. Morgen wird es auf jeden Fall kein Haustag mehr.
Dann noch eine grosse Malaktion: Lucian malt sich selbst als froehlichen Ritter mit einem grossen, braunen Umhang, Joachim mag am liebsten die Farbe Rot. Lucian hat Spass am Farbenmischen, ich zeige ihn wie man braun und gruen macht. Das haben wir schon oefters gemacht, es ist aber doch immer wieder wie neu.
Dan hat auch ein neues Bild gemalt, diesmal in schwarz-weiss, ein Mann mit Vogel die sich ansehen, es ist ein sehr 'starkes' Bild.
Nach dem Malen gehen die Kinder in die Badewanne und spaeter gehen wir alle einkaufen.
Als die Kinder im Bett sind versuche ich u.a. mein Wissen in der amerikanischen Zeichensprache zu erweitern, da Joachim mit der Sprache ein wenig langsam ist, dafuer daber die Zeichensprache sehr schnell lernt. Und da er so viel zu sagen hat, hilft ihm das maechtig.